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Posted on Mär 19, 2012 by webmaster  | Tags: Duerer, Friedenau, Biographie

Dürer, (* 21. Mai 1471 in Nürnberg;) war ein deutscher Maler, Grafiker, Mathematiker und Kunsttheoretiker von europäischem Rang, ein bedeutender Künstler zur Zeit des Humanismus und der Reformation. Sein Vater Albrecht Ajtósi Dürer (Thürer” = Türmacher ungarisch „ajtós”) kam 1455 aus Ungarn nach Nürnberg. Als erfolgreicher Goldschmied heiratete er Barbara Holper, die 18 Kinder gebar, aber nur drei davon überlebten.

Albrecht war das dritte Kind. Die fränkische Aussprache, T in D umzuwandeln schuf die Voraussetzung für sein Monogramm. Dürer war der erste Künstler, der seine Grafiken systematisch mit einem Monogramm kennzeichnete. Diese Urheberangabe wurde bald zu einem Gütesiegel, das Nachahmung fand.

Albrecht wurde vom Vater zum Goldschmied ausgebildet. Danach lernte er bei dem Nürnberger Maler Michael Wolgemut. 1494 heiratete er Agnes Frey († 1539), Die Ehe blieb kinderlos. 
Im selben Jahr reiste er nach Venedig. Im Mai 1495 kehrte er zurück. 1497 machte er sich in Nürnberg selbständig.

Im Jahr 1505 unternahm er eine zweite Reise nach Venedig und kam mit den größten Renaissancemaler der venezianischen Schule, Tizian, Giorgione, Palma il Vecchio in Kontakt. Besonders beeindruckte ihn Giovanni Bellini. Dürer bekam dort hohe Anerkennung und ein Niederlassungsangebot. Ihn zog es aber wieder nach Hause. 1509 wurde das Albrecht-Dürer-Haus in Nürnberg seine Wohn- und Arbeitsstätte.
Dürer arbeitete mehrfach im Auftrag des Kaisers Maximilian I., der ihm einen Freibrief gab, zum Schutz vor Nachbildung seiner Holzschnitte und Kupferstiche. Neben ihm war u.a. auch Lucas Cranach für den Kaiser tätig.

Von 1518 bis 1520 widmete sich Dürer intensiv theoretischen Arbeiten, wie z.B. der Proportionslehre.

Im Juni 1520 begab sich Dürer mit seiner Frau über Bamberg, Frankfurt, Köln nach Antwerpen und anderen Städten in den Niederlanden. Diese Reise war ein Triumph; er wurde überall als Meister gefeiert. Der Magistrat von Antwerpen bot ihm ein Jahresgehalt von 300 Gulden, ein schönes Haus zum Geschenk, freien Unterhalt und außerdem Bezahlung aller seiner öffentlichen Arbeiten an, um ihn zum ständigen Verbleiben in Antwerpen zu bewegen. Albrecht Dürer lehnte ab und reiste im Juli 1521 zurück nach Hause. Dort widmete er sich vermehrt der Kunsttheorie; dabei kam er zu Einsichten, die z.T. denen der Italiener widersprachen.

Seit der Niederlande-Reise litt Dürer unter den Folgen einer Malaria-Erkrankung. Die Symptome zeichnete er in einer Skizze seinem Arzt auf wo er auf seine starke Milzvergrößerung zeigt. Er starb überraschend am 6. April 1528, kurz vor seinem 57. Geburtstag. Dürer wurde in Nürnberg beigesetzt.
Bis zu seinem Tod war er produktiv tätig, zuletzt arbeitete er an einer Schrift über die Proportionslehre.
Neben seinem künstlerischen Schaffen schrieb Dürer Werke über das Perspektivproblem in der Malerei, darunter "Underweisung der Messung", und betätigte sich auch mit der Befestigung von Städten. 

Wesentliche mathematische Fortschritte kamen in der Renaissance gehäuft von Praktikern. Albrecht Dürers Buch "Underweysung der messung mit dem zirckel und richtscheyt in Linien ebnen unnd gantzen corporen" sei als das erste Mathematikbuch deutscher Sprache mit bedeutenden neuen Erkenntnissen. Dürer definiert spezielle Kurven, insbesondere erstmalig die Muschellinie und die Pascalsche Schnecke, gibt eine neue Konstruktion einer Ellipse an, erkennt Ellipse, Parabel und Hyperbel als Kegelschnitte.

Als Künstler hat Dürer den Holzschnitt aus der Buchillustration befreit und ihm den Rang eines eigenständigen Kunstwerks verliehen. Wie den Holzschnitt so perfektionierte und revolutionierte Dürer auch die Techniken des Kupferstichs. Er wurde durch Blätter wie „Ritter, Tod und Teufel” und „Melencolia I” in ganz Europa bekannt. 
Sein gesteigertes Selbstbewusstsein deutet Dürer in zahlreichen Selbstporträts an. In ihnen thematisiert er neben seinem eigenen gesellschaftlichen Stand die hohe Wertigkeit der bildenden Kunst als intellektuelle Disziplin in einer Zeit, als diese noch zum gemeinen Handwerk gezählt wurde.