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Posted on Apr 01, 2012 by webmaster  | Tags: Friedenau, Menzels, Biographie

Zusammenfassung aus gemeinfreien Quellen: Wikipedia, retro/bib - Biografisches Künstlerlexikon und anderen. Bildmaterial aus Wikimedia Commons Menzel (* 8. Dezember 1815 in Breslau; † 9. Februar 1905 in Berlin) war Maler, Zeichner und Illustrator. Er gilt als der bedeutendste deutsche Realist des 19. Jahrhunderts. Sein Werk ist außerordentlich vielfältig; zu Lebzeiten wurde er hoch geehrt.

Sein Vater Carl Erdmann Menzel betrieb eine Steindruckerei. Adolphs künstlerische Begabung zeigte sich schon früh. 1830 zog die Familie in die aufstrebende Hauptstadt Berlin, zwei Jahre später starb der Vater. 16-jährig musste Adolph Menzel für den Lebensunterhalt der Mutter, seine beiden jüngeren Geschwister und sich sorgen. Er führte das väterliche Geschäft mit Pflichtbewusstsein, Fleiß und Selbstdisziplin fort. 1833 besuchte er für ein halbes Jahr die Berliner Akademie der Künste, enttäuscht bildete er sich fortan autodidaktisch weiter.


1839 erhielt Menzel den Auftrag zu Illustrationen einer mehrbändigen Geschichte Friedrichs des Großen. Bis 1842 fertigte er dazu rund 400 Zeichnungen an. Diese Arbeit brachte die entscheidende Wende. Sie machte ihn als realistischen Zeichner einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Seine Gemälde wurden immer begehrter. 1850 wurde Menzel in den literarischen Verein Tunnel über der Spree aufgenommen, zu dem auch Theodor Fontane, Paul Heyse, Franz Theodor Kugler und Theodor Storm gehörten. Dort fand der verschlossen beschriebene Künstler Gelegenheit zum Gedankenaustausch.1853 wurde er zum Mitglied der Königlichen Akademie der Künste gewählt, 1856 zum Professor, unterrichtete aber nicht.

1861 erhielt Menzel den Auftrag die Krönung von Wilhelm I. zum König von Preußen zu malen. 

Reisen brachten Abwechslung in Menzels Leben; Ziele waren Dresden und das Elbsandsteingebirge, Süddeutschland und Österreich. Zu Ausstellungen seiner Werke reiste er drei mal nach Paris: 1855 und 1867 zur Weltausstellung, und dreimal war er in Oberitalien.
1866 reiste er zu den Schauplätzen des preußisch-österreichischen Krieges nach Böhmen. Er zeichnete verwundete, sterbende und tote Soldaten, diese Erfahrung scheint ihn sehr erschüttert zu haben.

Ab 1873 wurden Gemälde und Zeichnungen Menzels für die neue Nationalgalerie angekauft.
1885 fand in Paris eine Menzel-Ausstellung statt; in Berlin wurde sein 70. Geburtstag mit einer großen Ausstellung und vielen Ehrungen gefeiert. Er wurde Ehrendoktor der Berliner Universität,1895 Ehrenbürger Berlins und 1898 erhielt er den Schwarzen Adlerorden, mit dem der erbliche Adel verbunden war. Menzel stand diesen Ehrungen zunehmend skeptisch gegenüber und sprach von seinen Orden gern als „dem ganzen Kladderadatsch“.
1900 kaufte der Kölner Schokoladeproduzent Ludwig Stollwerck von Adolf Menzel ein Skizzenbuch mit Zeichnungen der Soldaten der preußischen Armee. Diese bildeten Vorlagen für Stollwerck-Sammelbilder und –Postkarten. 

Als Adolph Menzel am 9. Februar 1905 starb ordnete Kaiser Wilhelm II. ein Staatsbegräbnis an und folgte mit seiner Familie dem Sarg. Menzel erhielt ein Ehrengrab auf dem Berliner Dreifaltigkeitsfriedhof in der Bergmannstraße, eine Bronzebüste nach dem 1875 entstandenen Modell von Reinhold Begas schmückt sein Grab. Die Nationalgalerie erwarb den Nachlass Menzels.

Menzel wurde durch seine Kleinwüchsigkeit (1,40 m) „die kleine Exzellenz“ tituliert. Er war wegen „Gnomenhaftigkeit“ für militäruntauglich erklärt worden. Er war nie verheiratet, emotionale Nähe fand er in seiner Familie. Er wohnte mit der Mutter und den Geschwistern zusammen, und nach der Heirat der Schwester, in Wohnungsnachbarschaft mit deren Familie. Menzel stand seinen Angehörigen sehr nahe und hat sie auch verschiedentlich finanziell unterstützt.

Adolph Menzels Karriere ist eng verbunden mit dem gleichzeitigen Aufstieg Berlins. Aus der Hauptstadt des preußischen Staates wurde die Hauptstadt des Deutschen Reiches, das Zentrum von Politik, Finanzwelt und Industrie. 
1800 zählte Berlin noch 170.000 Einwohner; in Menzels Todesjahr 1905 wurde die zwei-Millionen-Grenze überschritten. Die aufstrebende, schnell sich wandelnde Stadt versorgte Menzel mit einer zahlungskräftigen Kundschaft, aber auch mit vielfältigen Motiven, ein Beispiel waren die zahlreichen Baustellen Berlins. Auf vielen seiner Bilder erkennt man Berliner Örtlichkeiten wieder, und in späteren Jahren machte er das Berliner Bürgertum zu einem Thema seiner Arbeiten.